Wohnsitz Draschkowitsch und Gutmann

#16

1938 wurden drei Personen beim Grieskai bei „Unzucht“ beobachtet und verhaftet. Offenbar ein Fall von Prostitution: Draschkowitsch hatte zwei 15-Jährige Burschen in der Nähe des Zentralkino am Griesplatz angesprochen und auf ein Bier eingeladen. Mit der Aussicht auf Geld ließen sich die beiden am Glied anfassen. Vorbestraft und nun als erwachsener Jugendverführer betrachtet wurde der gelernte Buchbinder 1938 zu 10 Monaten schweren Kerker verurteilt. Nach der Haft wurde er am 24. Juni 1940 als Häftling 13499 im KZ Dachau registriert. In der Folge war Draschkowitsch 1940/41 in den KZs Sachsenhausen, Buchenwald und Ravensbrück interniert. Am 17. Dezember 1941 wurde er wieder in das KZ Sachsenhausen gebracht und starb dort vier Monate später am 27. April 1942 angeblich an Herz- und Kreislaufschwäche aufgrund einer Lungentuberkulose.

Am 17. Juli 1940 erstattete eine Zeugin Anzeige, da sie zwei Männer bei „Unzucht“ im Grazer Volksgarten beobachtet hatte. Emmerich Gutmann wurde schließlich gemeinsam mit einem Jugendlichen verhaftet, den er am Arbeitsamt angesprochen hatte. Emmerich Gutmann war ein in Graz aufgewachsener Kellner und Hilfsarbeiter. Er wurde im Sommer 1940 in Untersuchungshaft genommen und am 3. September 1940 zu zehn Monaten schweren Kerkers verurteilt. Nach der Strafverbüßung wurde er von der Kriminalpolizei Graz am 30. Juni 1941 ins KZ Flossenbürg transportiert, wo er die Häftlingsnummer 2411 erhielt. Bei seiner Verhaftung im Obdachlosenasyl wohnhaft, wurde er als „ASO-Häftling“ (§ 175), d.h. als „asozialer“ Homosexueller eingestuft. Bereits drei Monate später, am 29. September 1941, verstarb Emmerich Gutmann im Konzentrationslager Flossenbürg.